3900 Junglachse auf weite Reise geschickt

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Schülerinnen und Schüler haben letzten Mittwoch am Magdenerbach (AG) in der Nordwestschweiz junge Lachse ausgesetzt. Mit der Wiederansiedlung soll der Wanderfisch in die ursprünglichen Laichgewässer im Schweizer Einzugsgebiet des Rheins zurückkommen. Vier Kraftwerke müssen für die Rückkehr der erwachsenen Lachse noch saniert werden.

3900 Junglachse wurden letzten Mittwoch (7.6.17) von Schülerinnen und Schüler am Magdenerbach in die Freiheit entlassen. Die Wiederansiedlung der Lachse spielt eine wichtige Rolle, um den Wanderfisch in seine ehemaligen Laichgebiete zurückzuholen. Begleitet wurden die Schulklassen von Fachleuten des Kantons Aargau, von Fischern des Fischereivereins Magden sowie dem WWF. «Mit dem Projekt Lachs Comeback unterstützt der WWF Schweiz diese Anstrengungen, auch mit Informationsarbeit, zum Beispiel für interessierte Schulklassen», sagt Christian Hossli, Projektleiter beim WWF Schweiz.

Von breiter Allianz getragen
Die Wiederansiedlung des Lachses im Rhein ist ein Ziel der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Mit den Programmen „Lachs 2000“ soll die Rückkehr der grossen Wanderfische in die verschiedenen Abschnitte des Rheins ermöglicht werden. Die Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt unterstützen dieses internationale Programm, indem sie sich für funktionierende Wanderkorridore und passende Lebensräume einsetzen sowie besonders geeignete Stellen mit Junglachsen besetzen. Im aargauischen Abschnitt weist der Hochrhein nur wenige für den Lachs geeignete Seitenbäche auf. Einer davon ist der Magdenerbach. «Die Wiederansiedlung des Lachses in der Schweiz erfordert Anstrengungen von zahlreichen Akteuren. Die Kraftwerkunternehmungen, die Fachstellen von Bund und Kantonen sowie die lokalen Fischer tragen dieses Generationenprojekt mit», sagt Thomas Stucki, Leiter Sektion Jagd und Fischerei beim Kanton Aargau.

Letzte Hindernisse müssen verschwinden
Vor etwas mehr als hundert Jahren war der Rhein noch der grösste Lachsfluss in Europa, doch dann zerschnitten Schwellen, verbaute Ufer und Wasserkraftwerke den Langdistanzwanderern ihre Routen. Zwar wurden inzwischen diverse Fischtreppen gebaut (z.B. Rheinkraftwerken Iffezheim, Gambsheim, Strassburg), doch noch immer versperren Hindernisse dem Lachs den Weg zurück in die Schweiz. Trotzdem spricht Christian Hossli von einem Erfolg: «Man sieht, dass der Drang der Lachse in die ursprünglichen Gewässer zurückzukehren, enorm stark ist. Die Vernetzung für den Lachs dient auch vielen anderen Wanderfischen.» Bis 2020 müssen in Frankreich die Kraftwerke Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün (im Besitz der Electricité de France) und in der Schweiz das Kraftwerk Birsfelden für Lachse passierbar gemacht werden. Dann steht der Rückkehr des atlantischen Lachses in den Magdenerbach nichts mehr im Weg.

Hintergrund zum Lachsbesatz:
Die ausgesetzten Junglachse sind in einer Zuchtstation der Petit Camargue Alsacienne aufgewachsenen. Bis zu zwei Jahre dauert nun ihre Entwicklung im Bach, bis sie schwarmweise zum Atlantik abwandern. Mit der Geschlechtsreife, nach rund drei Jahren im Meer, kehren die Elterntiere wieder in ihre Heimatgewässer zurück, um sich dort fortzupflanzen, wo sie geboren wurden. Dabei legen sie Distanzen von bis zu 3000 Kilometern zurück. 2015 konnten in der Kontrollstation bei Iffezheim schon 220 Lachse auf dem Weg in die Schweiz beobachtet werden. 2016 waren es aufgrund sehr tiefer Wasserstände immerhin 145.

(gem. Medienmitteilung WWF Schweiz, vom 7.6.17)

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